Îles du Salut

Koordinaten: 5°17'18"N, 52°35'05"W
Bei den Îles du Salut handelt es sich um eine Inselgruppe vor der Atlantikküste von Französisch-Guayana. Die Îles du Salut setzen sich aus den drei Inseln Île du Diable (Teufelsinsel), Île Royale und Île Saint-Joseph zusammen. Alle drei Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Zunächst waren sie Seefahrern unter dem Namen Îles du Triangle bekannt. Während der Kolonialisierung Französisch-Guayanas ereigneten sich hier jedoch zwei tragische Episoden. Diese prägten die Geschichte Französisch-Guayanas und brachten den Inseln ihren heutigen Namen Îles du Salut ein.

Von 1763 entsandte Frankreich kleine Trecks von Siedlern zur Kolonisierung Französisch-Guayanas. Widrige Lebensbedingungen, der Mangel an Nahrung und schwere Krankheiten forderten einen traurigen Tribut. Die Überlebenden suchten Zuflucht auf den Französisch-Guayana vorgelagerten Inseln. Daher rührt der heutige Name Îles du Salut – Inseln der Zuflucht.

Ein knappes Jahrhundert später wurde 1854 auf den Îles du Salut die berüchtigte Strafkolonie eingerichtet. 1887 erlassene Gesetzte gestatteten Schwurgerichten, schwere Widerholungstäter, politische Gefangene, Spione und Schwerverbrecher auf die Îles du Salut verdammen zu können. In der Strafkolonie wurden die Gefangenen unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen gehalten. Bis zur Schließung der Strafkolonie 1939 deportierte der französische Staat tausende Gefangene auf die Inseln, darunter der Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus, gewöhnliche Kriminelle wie Guillaume Seznec und Lagrange sowie der berühmte Henri Charrière, besser bekannt unter dem Namen der Hauptfigur seines Romans "Papillon".

Erst in den 60er des 20. Jahrhunderts wurde den Îles du Salut eine neue Nutzung zugedacht. 1965 gingen sie in den Besitz der CNES über und beheimaten seither Messinstrumente zur Beobachtung von Raketenstarts vom benachbarten Weltraumbahnhof Kourou und deren Missionen.

Île du Diable (Teufelsinsel)


Fläche: 14 ha, höchster Punkt: 40 m

Die Île du Diable war die Insel der Verdammten. Im April 1895 kam mit dem Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus der berühmteste Fall auf die Teufelsinsel. Der Vorwurf gegen Dreyfus lautete Hochverrat. Dreyfus bestritt jedoch stets seine Schuld. Nur das beharrliche Eintreten seiner Angehörigen brachte Licht ins Dunkel der Verwicklungen um seine Festnahme und Verurteilung. Die Aufdeckungen der Machenschaften, die beim Versuch seine Unschuld zu beweisen ans Licht kamen, führten zur bedeutendsten Staatskrise der 3. Französischen Republik. Ihren Höhepunkt erlebte die "Dreyfus-Affäre" mit dem an den französischen Staatspräsidenten Félix Faure gerichteten offenen Brief J’accuse…! des Autors Émile Zola in der Zeitung L'Aurore am 13. Januar 1898. Diese Bemühungen führten 1899 schließlich zur Begnadigung Alfred Dreyfus und später zur uneingeschränkten Rehabilitierung. Nach seiner Begnadigung zog sich Dreyfus zurück und verfasste das Buch "Cinq années de ma vie 1894–1899" (Fünf Jahre meines Lebens). Noch heute steht auf der Île du Diable die Hütte von Dreyfus. Allerdings ist der Zutritt auf die Insel nicht gestattet. Grund dafür ist eine von der ESA betriebene Radar- und Funkstation.

Île Royale


Fläche 28 ha, höchster Punkt: 66 m

Die größte der Îles du Salut, die Île Royale war vorwiegend der Administration der Strafkolonie vorbehalten. Neben Gebäuden für die Verwaltung stehen hier die Kirche samt kleinem Friedhof und ein Leuchtturm. Gefangene befanden sich auf der Île Royale nur um Hospital oder im Todestrakt. Die Gebäude auf der Île Royale sind heute größtenteils gut erhalten und können besichtigt werden. Mit der Auberge des Îles steht eine Unterkunft zur Übernachtung auf den Îles du Salut zur Verfügung.

Île Saint-Joseph


Fläche: 20 ha, höchster Punkt: 30 m

Die meisten Gefangenen der Strafkolonie waren in Einzelzellen auf der Île Saint-Joseph untergebracht. Die Gebäude des Zellentraktes sind heute verfallen und werden langsam von der üppigen Natur überwuchert, was die gruselige Stimmung an dem ohnehin bedrückenden Ort unterstreicht.

Bootstour auf die Îles du Salut


Die Îles du Salut können heute auf einer ganz- oder mehrtägigen Bootstour besichtigt werden. Für Besucher sind dabei die beiden Inseln Île Royale und Île Saint-Joseph zugänglich. Der Zutritt auf die Teufelsinsel Île du Diable ist nicht gestattet. Die Boote verkehren vom Centre Nautique de Kourou (CNCK) am Pointe des Roches. Abfahrt ist täglich um 8 Uhr, die Rückkehr gegen 18 Uhr. Während der lokalen Schulferien dauert der Ausflug von 11 bis 19.30 Uhr. Die Überfahrt zur Île Royale nimmt etwa eineinhalb Stunden ein. Die Kosten betragen 46 € (Stand 2009) pro Person, Kinder unter 12 kosten die Hälfte. Übernachtungen sind gegen Aufpreis in der Auberge des Îles möglich.

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