Avignon

Koordinaten: 43°56'55"N, 4°48'22"E
Avignon zehrt von seinen bedeutenden Rollen während der Vergangenheit. Die Besiedlung der Region reicht bereits in die Jungsteinzeit zurück. Zu Zeiten der Römer entwickelte sich Avignon zu einer einflussreichen Stadt, denn ihre Brücke stellte in jener Zeit die einzige Möglichkeit dar die Rhone zu überqueren. Diese herausragende Stellung wurde im Mittelalter noch untermauert, als mehrere Päpste aus Rom hier Exil fanden. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden noch heute bedeutendsten Bauwerke der Stadt: die Pont d’Avignon und der Papstpalast.

Ihre Berühmtheit verdankt die Brücke von Avignon einem Lied aus dem 15. Jahrhundert. "Sur le Pont d’Avignon ..." bezieht sich auf die Brücke Saint Benezet. Deren Grundstein soll laut Legende von dem Hirten Benezet gelegt worden sein. Als einzige Brücke über die Rhone, den Grenzfluss zwischen Frankreich und dem heiligen römischen Reich deutscher Nationen, war sie von außerordentlicher strategischer Bedeutung. Nachdem die Brücke im Jahr 1226 zerstört wurde, baute man sie wieder auf. Spätere Hochwasser beschädigten die Brücke erneut bis sie im 18. Jahrhundert endgültig für den Verkehr gesperrt wurde. Heute bilden vier Bögen und eine Kapelle den kläglichen Überrest des einst aus 22 eindrucksvollen Bögen bestehenden Bauwerks. Die Brücke zu begehen kostet Eintritt. Für Besucher eignet sich ein vergünstigtes Kombiticket. Darin eingeschlossen ist sowohl der Eintritt für die Pont d’Avignon als auch der für den Papstpalast.

Der Papstpalast entstand im 14. Jahrhundert, als mehrere Päpste aus Rom ins Exil nach Avignon gehen mussten. Hauptverantwortlich für den Bau der größten Teile des gotischen Gebäudekomplexes sind die Päpste Benedikt XII. und dessen Nachfolger Klemens VI. Heute zählt der Papstpalast in Avignon mit mehr als 600 000 Besuchern jedes Jahr zu den meistbesuchtesten Monumenten von Frankreich. Interessierte können in einem Rundgang zahlreiche Säle, Hallen, Kapellen, Wirtschafträume und Privatgemächer der Päpste durchqueren. Die Rundgänge werden entweder von einem Führer begleitet oder lassen sich mit Hilfe eines Audioguides (auch in deutscher Sprache) auf eigene Faust durchführen. Der Audioguide ist einfach zu handhaben, allerdings gehen die Sprecher sehr ausführlich auf die kirchliche Historie ein - manches Mal etwas zu ausführlich. Eingerichtet sind die vorgestellten Räume dagegen nur sehr spärlich, so dass vor allem alte Fresken und Malereien und wenige Anekdoten beeindrucken. So blieb z.B. die Einkaufliste für eine päpstliche Einführungsfeier erhalten auf der tausende Schweine, Kühe und zehntausende Eier für ein wahrhaftes Festmahl geordert wurden. Zum Ende des Rundganges bietet sich Besuchern von einem der Türme des Palastes ein schöner Rundblick über die Altstadt Avignons, die auch heute noch von der gut erhaltenen Stadtmauer aus dem Mittelalter eingerahmt wird.




Anzeigen