Busreisen Kanada

Wie in den USA so besitzt Greyhound auch in Kanada eine marktbeherrschende Stellung im Linienbusfernverkehr. Allerdings bezieht sich das insbesondere auf Westkanada, im Osten ist das Busnetz merklich dünner, die Ostküste Kanadas wird nur noch von Partner-Unternehmen angebunden. Die Konkurrenz ist hier merklich größer als im Westen, wo vor allem planmäßige Charter- und Shuttlebusse die Anbindung in die touristisch interessanten Gebiete ermöglichen.
Generell unterscheidet sich das Greyhound-Angebot in Kanada kaum von dem in den USA. Die Busse sind halbwegs komfortabel, es gibt Toiletten an Bord und die Sitzplätze sind meist mit Fußstützen, Leslampen und verstellbarer Rückenlehne ausgestattet. Das Platzangebot ist mit Zügen nicht vergleichbar, sondern entspricht eher einem typischen Sitzplatz in der Economy Class im Flugzeug. Längere Fahrten können dann schnell unbequem werden, für Nachtfahrten sollte man wegen der Klimaanlage unbedingt eine Decke mitbringen.

Bustickets sind vor allem am Busbahnhof, bei Greyhound und einigen anderen Unternehmen auch telefonisch oder online bestellbar. Die Preise sind allgemein sehr günstig, längere Strecken im Westen oder in den Nordwesten können ohne Ermäßigungen auch ziemlich teuer werden.
Besonders für viele Fahrten oder Rundreisen ist der Greyhound Discovery Pass zu empfehlen, der für verschiedene Regionen oder ganz Kanada und verschiedene Zeiträume gültig ist. Den Pass kann man vor Ort am Greyhound-Schalter, aber auch online oder bei einigen Reiseveranstaltern in Deutschland kaufen. Nachdem der Pass am Schalter seine Gültigkeit bestätigt bekommen hat, reicht für die Mitfahrt das einfache Vorzeigen des Passes in Verbindung mit einem gültigen Reisepass. Nur bei den Partnergesellschaften, die den Pass ebenfalls vielfach anerkennen, sollte man vorher am Schalter nach einem kostenlosen Ticket fragen.

Beachten sollte man immer auch, dass Busreisen sehr günstig sind, häufig also auch von einem Personenkreis begleitet sind, der zu den sozial schwächeren Schichten gehört. Hinzu kommt, dass die Busbahnhöfe in einigen Städten in sozialen Brennpunkten liegen, bei Ankunft oder Abfahrt nachts sollte man sich dort den Luxus einer Taxifahrt gönnen. In den Bussen und vor allem während der Pausen, die in regelmäßigen Abstanden meist in der Nähe von Raststätten oder Fast Food-Restaurants eingelegt werden, sollte man besonderes Augenmerk auf das Handgepäck und vor allem die Wertsachen legen. Großes Gepäck wird im unteren Teil des Busses verstaut und nur während der Anwesenheit des Fahrers ausgeladen.
Landschaftliche Höhepunkte wird man während einer Busreise selten sehen, da die Busse fast ausschließlich auf Autobahnen und großen Highways unterwegs sind. Ebenso meiden sie die meisten touristischen Attraktionen, die oft nur über zusätzliche Shuttlebusse erreichbar sind.
Fahrpläne in gedruckter Form findet man selten, da diese ständig dem aktuellen Bedarf angepasst werden. Online oder telefonisch kann man aber die Fahrzeiten für fast alle Unternehmen schnell und einfach abfragen. Die Busse sind sehr viel häufiger unterwegs als die Züge, in den Norden und andere abgelegene Regionen fahren aber auch die Busse nicht täglich.
Gegenüber den Zugpässen bietet der Greyhound Discovery Pass in Kanada ein wesentlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine vergleichbare eigenständige touristische Attraktion wie einige Eisenbahnstrecken bietet der Bus aber nicht, gerade beim Komfort könnten die Unterschiede kaum größer sein.

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