Busreisen USA

Der Linienbusverkehr in den USA wird vom Unternehmen Greyhound dominiert, das im Laufe der Jahre die meisten großen Konkurrenten aufgekauft hat oder eine Partnerschaft eingegangen ist. Deshalb durchzieht heute ein dichtes Busnetz die USA, das weit nach Kanada und Mexiko hinein reicht und Greyhound ist zum Synonym für Busreisen in Amerika geworden.
Trotzdem gibt es auch weiterhin viele kleine Busunternehmen, die die Lücken im Greyhound-Netz schließen oder auf den Paradestrecken Paroli bieten. Dennoch können viele dieser Firmen nur durch den Charter- oder Schulbusverkehr überleben, denn gerade auf den wenigen wirklich rentablen Strecken herrscht ein reger Preiskampf.
Die USA ist und bleibt ein Autoland, man darf deshalb auch nicht vergessen, dass in der Regel nur die Leute mit dem Bus fahren, die sich kein Auto leisten können. Oft findet man daher auch vorwiegend die unterste Bevölkerungsschicht in den Bussen und den Busbahnhöfen, die sich leider nicht selten in wenig empfehlenswerten Stadtteilen befinden.

Trotz allem zieht es jedes Jahr viele Tausend Rucksacktouristen in die Busse, da dies die mit Abstand günstigste Gelegenheit ist, das Land zu entdecken. Sowohl in der Dichte des Netzes als auch in der Häufigkeit der Fahrten ist Greyhound dem Zug weit überlegen und ermöglicht so eine sehr viel spontanere und flexiblere Planung.
Greyhound bietet außerdem eine Vielzahl von Sonder- und Spezialpreisen an. So gibt es Rabatte bei frühzeitiger Buchung, auf die Rückfahrt oder bei mehreren zusammen reisenden Leuten. Die Tickets können am Busbahnhof vor Ort, aber auch telefonisch oder online gekauft werden. Besonders für mehrere Busfahrten oder eine Rundreise zu empfehlen, ist der Greyhound Discovery Pass, den es für verschiedene Regionen und Tage vor Ort am Schalter, aber auch bei einigen Reiseveranstaltern in Deutschland gibt. Nach dem Kauf muss der Pass nur einmal am Schalter gültig gemacht werden und muss danach nur noch dem Busfahrer zusammen mit einem gültigen Pass gezeigt werden. Lediglich bei Partnerunternehmen von Greyhound, bei denen der Pass fast überall anerkannt wird, muss vor Fahrtantritt am Schalter ein kostenloses Ticket gelöst werden.

Die Busse sind so komfortabel wie es Linienbusse sein können, fast alle Busse sind zum Beispiel mit einer Toilette ausgerüstet. Meist gibt es auch eigene Leselampen, Fußstützen und eine verstellbare Rücksitzlehne. Allerdings ist das Platzangebot gerade für lange Strecken oder mit größerem Nachbarn etwas gewöhnungsbedürftig. Auf keinen Fall vergessen sollte man eine Decke für die Nachtfahrt, sonst sorgt die ständig laufende Klimaanlage sicher für eine ordentliche Erkältung.
In regelmäßigen Abständen wird an Raststätten oder Fast Food-Restaurants eine Pause von 15 bis 30 Minuten eingelegt, die man zum Füße vertreten, für einen Imbiss, auf der Suche nach einer ordentlichen Toilette oder eben einfach zum Rauchen verwenden kann, die Weiterfahrtszeit wird normalerweise vorher vom Fahrer deutlich angesagt, natürlich wartet der Bus nicht auf verspätete Passagiere. Während der Pausen, aber auch während der Fahrt sollte man sein Handgepäck und vor allem Wertsachen nie aus den Augen lassen.

Landschaftliche Höhepunkte darf man während der Busfahrt nicht wirklich erwarten, da die Busfahrpläne immer den kürzesten und schnellsten Weg vorsehen. Autobahnen und Highways verlassen die Busse nur, um die wichtigsten Städte entlang der Route anzufahren oder Pausen einzulegen. Will man nicht bis zur Endhaltestelle fahren, sollte man sich vor Fahrtantritt den Fahrplan des Busses anschauen. Viele Busse fahren als Expressbusse direkt bis zum Endpunkt durch oder bedienen vor allem nachts nur die absolut wichtigsten Zwischenpunkte. Auch verschiedene Routenführungen mit gleicher Endhaltestelle sind übliche Praxis.
Fahrpläne in gedruckter Version sind schwer erhältlich, zu häufig wird das Busnetz dem aktuellen Bedarf angepasst. Bei Greyhound und vielen anderen Unternehmen kann man aber online oder telefonisch einzelne Strecken abfragen. Vor Ort kann man natürlich den Busbahnhof aufsuchen, gerade in kleineren Städten hilft häufig auch das Touristenbüro nicht nur bei der Suche nach dem aktuellen Fahrplan, sondern auch nach der genauen Abfahrtsstelle, wenn die Stadt nicht über einen Busbahnhof verfügt. Häufig werden dann Tank- oder Raststellen bzw. Fast Food-Restaurants angefahren. Trotz flexibelster Planung muss man bei Busreisen in Amerika immer mit Komforteinbußen rechnen.

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