Fort de Souville

Koordinaten: 49°11'20"N, 5°26'31"E
Der Hauptmann Gustave de la Taille, der Pionieroffizier, der dieses Fort erbauen ließ, benannte es nach dem Dorf Souville im Departement Loiret, wo seit 1319 sein Vorfahr Bertrand de la Taille ruht, ein Edelmann des Lehnsherrn von Souville.

Im Jahre 1916 umfasst diese Anlage folgende Elemente:

  • Fort Souville: Es liegt auf der Höhe 388 (sie ist mit der Höhe von Fort Douaumont identisch) und wurde von 1875 bis 1879 aus Kalkbruchsteinen erbaut, die mit 3 bis 5 Meter Erde bedeckt sind. Die Gräben, die das Fort umgeben, besitzen eine gemauerte innere und äußere Grabenböschung, deren Flankierung mit Hilfe von Kaponnieren sichergestellt wird, die mit Revolvergeschützen und 1,2 cm Hinterladergeschützen bestückt sind. Der ganze Komplex ist mit einem Drahtverhau umgeben, der sich 1889 auf einer Breite von 30 Metern erstreckt. Es ist ein Fort der "ersten Generation" des Befestigungsgürtels von Séré de Rivières und vom selben Typ wie die Forts Belleville, Saint Michel und Tavannes.
  • Ab dem Jahr 1888 erhält es eine Verstärkung von 2,5 Metern Beton am Pulvermagazin mit einer 1 Meter dicken Sandschicht dazwischen. Die Verbindungsgänge werden im Innern mit Mauerwerk ausgekleidet und 6 Unterstände von 18 x 5 Metern errichtet, die von einer 8 Meter dicken, kompakten Schicht aus Felsblöcken und Mergel, vermischt mit Schotter geschützt werden.
    Das Fort besitzt eine Frontabschnitts-Telefonzentrale, zwei unterirdische, unter Blei verlegte Verbindungsleitungen zu dem Fort Douaumont und dem Festungswerk Thiaumont, außerdem Freileitungsnetze zu anderen Forts und der Zitadelle von Verdun. Vor Beginn des Krieges sind auch Verbindungen zur über 35 km Luftlinie entfernten Festung Longwy geplant, die mit Hilfe eines bei klarem Wetter einsetzbaren Leuchtsystems sichergestellt werden sollen.
  • Eine organische Garnison: 2 Infanteriekompanien, 2 Artilleristenzüge, dazu die Kanonen von 16 Maschinengewehren und das Personal verschiedener Dienststellen, die für das Leben eines Forts unentbehrlich sind.
    Der Zugang erfolgt in Friedenszeiten über eine Schotterstraße, die "Souville-Straße", die immer noch in Benutzung ist. Sie führt zur Zugbrücke des Kriegseingangs. Dieser besteht aus einem Gewölbe-Unterstand mit Platz für 300 sitzende Männer.
    Vom Besichtigungsrundweg aus sieht man die Verbindungsgräben, die einen gewundenen Verlauf haben, um den Längsbeschuss zu vermeiden.
  • Ein Panzerversenkturm des Bussière-Systems für zwei 15,5 cm Geschütze, der in den Jahren 1890-91 150 Meter westlich des Forts erbaut wurde.
    Dieser Geschützturm verschießt zwischen dem 24. Februar und dem 6. März 1916 noch etwa 600 Geschosse, muss dann aber versenkt werden, nachdem am 10. April 1916 eines der beiden Geschütze explodiert war. Er wird erst im März 1917 wieder instand gesetzt, mit einem einzigen Geschütz, das von einem 12 PS Elektromotor als Ersatz für die ursprüngliche Dampfmaschine betrieben wird. Seitdem ist der Geschützturm über ein System von 120 Meter langen, vor Beschuss geschützten Gängen mit dem Fort und einem Notausgang verbunden.
  • 1882 wird eine mit Erde bedeckte Festungsbatterie für 15,5 cm Bange Geschütze mit Munitionsnischen aus normalem Mauerwerk von 0,50 Meter Dicke errichtet. Die Nischenöffnungen sind nach Westen gerichtet, etwas 100 Meter vom Bussière-Geschützturm entfernt.
    Die noch sichtbaren Überreste der Batterie sind auf dem Besichtigungsrundweg der Anlage gekennzeichnet, beginnend an der Gedenkstätte.
  • Ein Netz von Verbindungsgräben (sie sind noch in der gesamten Festungsanlage zu sehen) dient der Ablösung der Frontsoldaten, dem Abtransport der Verletzten, der Versorgung mit Lebensmitteln, Munition und Material. Dieses Netz beginnt in der Marceau-Kaserne (einem der Eingänge zum Schlachtfeld) und führt einerseits zum Fort Souville, andererseits zum Dorf Fleury, dann geht es weiter zum See und zum Dorf Vaux ("Carrières"-Verbindungsgräben), nach Vaux Régnier, zum Fumin-Wald und zum Fort Vaux. Da es keine unterirdischen Gänge gibt, sorgt es schließlich auch für die internen Verbindungswege innerhalb der Festungsanlage, zwischen dem Fort, dem 15,5 cm Geschützturm und der Festungsbatterie.
    Im Mai und Juni 1916 werden durch den Beschuss mit 38 cm Geschossen (750 kg) und 42 cm Geschossen (1000 kg) die gesamten Räumlichkeiten aus Bruchsteinmauerwerk, die Kaponnieren und der Stacheldrahtverhau zerstört, ebenso die fünf 9 cm Geschütze auf Lafetten und die beiden 1,5 cm Granatwerfer. Die Verteidiger und Beobachter müssen deshalb in den Granattrichtern in Stellung gehen und sind nun gänzlich ungeschützt.

Am Ende der Schlacht von Verdun werden umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt, um die Festungsanlage Souville wieder instand zu setzen:

  • ein Brunnen mit einer Ergiebigkeit von 1500 Litern täglich,
  • von Fels bedeckte Unterstände, die durch unterirdische Gänge, geschützt durch 10 bis 15 Meter kompakten Mergel, miteinander verbunden sind,
  • ein 140 Meter langer Tunnel, der das Fort mit dem wieder instand gesetzten 15,5 cm Geschützturm verbindet; der Turm wird mit einem 12 PS Elektromotor ausgestattet, als Ersatz für die Dampfmaschine, die zu langsam und zu kompliziert ist,
  • ein Notausgang für den 15,5 cm Geschützturm, der durch einen in Beton eingefassten Beobachtungsstand des Typs Digoin ergänzt wird.

Der gesamte Komplex wird von einem 20 bis 30 Meter breiten Stacheldrahtverhau umgeben.

Im Jahr 1979 werden die drei Pamart-Kasematten mit einem Gewicht von 2,5 Tonnen und einer 14 cm starken Panzerung an den Hängen des Forts zu dessen Nahverteidigung installiert.

Diese feststehdnen Geschütztürm sind nicht versenkbar, und jeder ist mit zwei Maschinengewehren auf Lafette bestückt. Von ihrer Konzeption her haben sie ein Schussfeld, das mit 160 Grad unter dem der Maschinengewehrtürme des Modells 1900 (360 Grand) liegt.

Durch ihre kleineren Maße und das geringere Gewicht sind sie jedoch auf diesem stark aufgewühlten Gelände der Schlacht von Verdun mit Feldmitteln leichter zu erbauen und zu installieren.

Sie sind außerdem zuverlässiger als die Panzerversenktürme, die oft durch den bei Granatexplosionen herausgeschleuderten Schutt blockiert werden.

Casemates Pamart


Maschinengewehr-Kasematten von Fort Souville
Maschinengewehr-Kasematten von Fort Souville 
Die Maschinengewehr-Kasematten, die während des Krieges von Kommandant Pamart ausgebaut wurden, der im Fort Génicourt Dienst tat, wurden ab 1979 mitten im Krieg erbaut und installiert, um die Feuerkraft einiger Forts zu verstärken und ihre Nahverteidigung sicherzustellen.

Im Jahre 1917 sind drei Kasematten dieses Typen an den Hängen des Forts Souville zu dessen Nahverteidigung af den Glacis installiert. Sie wiegen jeweils 2,5 Tonnen und besitzen eine Panzerung von 14 Zentimetern.

Jede ist mit zwei Maschinengewehren auf Lafette bestückt, mit einem Schussfeld von 160 Grad, das unter dem des Maschinengewehrturms Modell 1900 (360) Grad) liegt, von denen zwei auf dem Festungswerk Froideterre zu sehen sind.

Die Pamart-Kasematte ist nicht versenkbar; dafür ist sie durch ihre geringere Größe und ihr Gewicht in dem aufgewühlten Gelände der Schlacht von Verdun mit Feldmitteln leichter zu erbauen und zu installieren. Sie ist auch zuverlässiger als ein Panzerversenkturm, der oft durch den bei Granatexplosionen herausgeschleuderten Schutt blockiert ist.

Die Pamart-Kasematte besitzt zwei Schießscharten dicht über dem Erdboden, die durch Metalldeckel verschlossen werden können. Im Inneren schießen abwechselnd zwei übereinanderliegende Hotchkiss-Maschinengewehre. Das eine ist während des Schießens in eine der beiden Schießscharten eingeführt, während das andere sich darunter in Wartestellung befindet. Durch eine einfache Drehung kann der Schütze die Waffen laufend austauschen.

Der Maschinengewehrlauf ragt beim Schießen 30 Zentimeter aus der Schießscharte heraus. Ein Ventilator sorgt im Inneren der Kasematte ständig für erträgliche Luft, indem er die Verbrennungsgase nach draußen befördert.

Manche Kasematten besitzen zwei Öffnungen im Dach mit Verschlussvorrichtungen, um ein Beobachtungsperiskop einsetzen zu können.




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