Island

Koordinaten: 64°59'44"N, 18°36'29"W

Island - Das Land


Der Rand der von Menschen bewohnbaren Welt ist äußerst kontrastreich. Island liegt im Nordatlantik - abgesehen von der zu Island gehörenden, kleinen Insel Grimsey - unmittelbar unter dem nördlichen Polarkreis. Islands Größe beträgt ca. 103.000 km2, die größte Ausdehnung beträgt W-O ≈ 500 km und N-S ≈ 300 km.

Wir sind der Meinung, dass man dieses Land nur dann richtig kennen und schätzen lernt, wenn man es auf eigene Faust erkundet. Hierzu ist es aber notwendig, sich vor einer Reise möglichst viel Informationen über Geografie, Geologie, Sehenswürdigkeiten, Flora und Fauna einerseits und Bevölkerung, die Herkunft, ihre Sprache, Sitten und Gebräuche, aber auch Politik und Lebensstandart andererseits zu beschaffen. Nachfolgend wird deshalb versucht, möglichst isländische Begriffe und Bezeichnungen zu verwenden. Das isländische Alphabet umfasst 32 Buchstaben. Es besteht zuerst einmal aus dem einem großen Teil des lateinischen Alphabetes und dazu einigen dem Runenalphabet entnommenen Zeichen:

a, á, b, d, ð, e, é, f, g, h, i, í, j, k, l, m, n, o, ó, p, r, s, t, u, ú, v, x, y, ý, þ, æ, ö

Die lateinischen Buchstaben C, Q, W und Z wurden aus dem isländischen Alphabet verbannt. Außer auf Island selbst wird isländisch nur noch auf den zu Dänemark gehörenden Färör-Inseln gesprochen.
Das ungewöhnliche Land im Nordatlantik ist die zweitgrößte europäische Insel nach Großbritannien und gleichzeitig das jüngste Land Europas. Dem etwa 15.000 km langen Mittelatlantischen Rücken – Nahtstelle zwischen Nord- und Südamerika einerseits und Europa und Afrika andererseits – verdankt es seine Entstehung. An dieser kontinentalen Nahtstelle werden die Platten auseinander gedrückt. Während dies normalerweise in Wassertiefen von 200 bis 2.000 Metern passiert, tritt der Mittelatlantische Rücken in Island bis zu 2.119 Metern Höhe über den Ozean heraus.

Mittelatlantischer Rücken
Mittelatlantischer Rücken 


Nahe am nördlichen Polarkreis (66° 33’) gelegen, ist Island dem Kräftespiel zwischen Vulkanismus und Gletschereis, denen es seine Oberflächengestalt zu verdanken hat, permanent ausgesetzt. Die Insel ist von mehreren aktiven Vulkanzonen durchzogen. Wer nun aber meint, die Isländer würden deshalb permanent in Angst und Schrecken leben, der irrt! Man hat sich vielmehr mit dem Vulkanismus arrangiert und nutzt ihn wo immer es geht für warme Schwimmbäder und Heilbäder, Hausheizungen, warmes Brauchwasser und / oder Treibhäuser. Besonders heiße Dämpfe treiben Turbinen an und erzeugen elektrischen Strom oder werden zur Trocknung feuchter Stoffe benutzt.

 


Vor allem durch die Ereignisse um die immer geringer werdenden Fangquoten von Hering und Kabeljau hat Island sein Hoheitsgebiet entsprechend dem „Festlandsockel“ auf 200 Seemeilen ausgedehnt. Hierin sind neben der bewohnten Inseln Grimsey im Norden und die nordwestlich hiervon gelegene, unbewohnte Felsengruppe Kolbeinsey (67° 09’ 00“ N, 18° 40’ 58“ W) ebenso enthalten wie die vor der Südküste liegende Inselgruppe Vestmannaeyjar (mit der 1963 entstandenen Vulkaninsel Surtsey 63° 17’ 44“ N, 20° 36’ 16“ W) wie die vor der Ostküste liegende kleine Insel Hvalbakur (64° 35’ 48“ N, 13° 16’ 36“ W), auf der zu Zeiten des Walfangs eine kleine Schutzhütte stand.

Als Jahr der Besiedlung Islands durch den norwegische Wikinger Ingólfur Arnarson aus Sogne gilt das Jahr 874 n. Chr. Ingólfur Arnarson wollte dort dauerhaft siedeln, wo seine verzierten Hochsitzsäulen aus seiner norwegischen Heimat, die er kurz vor seiner Ankunft in Island ins Meer geworfen hatte, an Land gespült wurden. Seine Knechte, die wie Sklaven gehalten wurden, fanden sie in der „rauchenden Bucht“ (Reykjavík, die heutige Hauptstadt des Landes) wieder. Die Landnahmezeit dauerte bis etwa 930. Im gleichen Jahr gründeten die Isländer das „Althing“, das sie gerne als das erste Parlament der Welt bezeichnen.
Seit der Besiedlung kam es zu mehreren gewaltigen Vulkanausbrüchen, die zum Teil sehr große Schäden anrichteten:

934 Die weltweit größte Eruptionsspalte Eldgjá, was Feuerschlucht bedeutet, ist in ihrer Art einmalig. Die bis 200 m tiefe und bis 600 m breite vulkanische Spalte zieht sich nördlich des Berges Uxatindur in südwestlicher Richtung auf rund 40 km Länge bis zum Mýrdalsjökull. Bei diesem Ausbruch schätzt man die Fördermenge auf 9 km3. Damals floss keine Lava aus der Spalte aus, sondern schoss explosionsartig in die Luft. Obwohl dieses Ereignis nach der ersten Besiedlungsphase statt fand, sind keine Berichte über Personen- oder Sachschäden bekannt.

1104 Zu Beginn der jetzigen – bis heute anhaltenden – Eruptionsphase mit 40 bis 50 Jahren Abstand zwischen großen oder längeren Ausbrüche des zirka 50 km nördlich der Südküste liegenden Spaltenvulkans Hekla wurde das Weideland in weitem Umkreis unbrauchbar und etliche Höfe vernichtet, darunter auch der 1939 ausgegrabene Gehöft Stöng, der zu einer Gruppe von zirka 20 ebenfalls verschütteter Gebäuden gehört. Bei diesem Ausbruch sollen etwa 5,5 km3 vorwiegend Bimsasche gefördert worden sein.

1724-29 Im Norden Islands brechen die so genannten Mývatn – Feuer aus. Der „Höllenkrater“ Víti bei der Krafla explodiert 1724. Am 11. Januar 1725 öffnet sich die Leirhnjúkur-Spalte. Einer der folgenden Lavaströme kommt erst am 27. August 1729 vor der Kirche von Reykjahlíð zum stehen. Etliche andere Gehöfte wurden aber vernichtet. Die Ereignisse sind auf der Kanzel der Kirche dargestellt.

1783-84 Der Winter des Jahres 1782/83 war ungewöhnlich mild, ebenso wie derjenige vor dem heftigen Ausbruch der Hekla im Jahre 1766. Vom 1. Juni 1783 an wurden die Bewohner im Gebiet um Kirkjubæjarklaustur durch lang anhaltende, heftige Erdbeben aufgeschreckt. Am 8. Juni 1784 öffnete sich die aus mehr als 120 einzelnen Kratern bestehende, parallel in ca. 5 km Abstand südlich der Eldgjá die 25 km lange Laki-Spalte. Die ausgeworfen Lava floss monatelang und kam erst im Februar 1784 zum Stillstand. Ihren Namen erhielt sie vom 818 m hohen Berg Laki, der – obwohl selbst vulkanischen Ursprungs – bei diesem Ereignis keinen Ausbruch hatte. Dieser Ausbruch lieferte mit 12,5 km3 die größte Lavamenge in historischer Zeit und bedeckte dabei eine Fläche von 565 km2. 2 Kirchen, 14 Gehöfte. Von 30 weiteren wurden die Ländereien zerstört. Am schlimmsten wirkten sich aber die Asche, die eine Fläche von 8.000 km2 bedeckte und die 20 Millionen Tonnen giftiger Gase (CO2 und SO2) aus, die ebenfalls gefördert wurden und das Oberflächenwasser und die Weideflächen verseuchten. Im ersten Winter nach dieser Katastrophe kamen 11.000 Rinder (= 50 % des gesamten Bestandes), 190.000 Schafe (80 %) und 28.000 Pferde (76 %) um. Durch die daraus resultierende Hungersnot starben ungefähr 20 % der Bevölkerung (10.000 Menschen), d. h. jeder 5. der damals 50.000 Isländer

1973 Die Westmännerinseln (isl. Vestmannaeyjar) sind eine Gruppe von etwa 15 Inseln vulkanischen Ursprungs, die ungefähr 12 km vor der Südküste liegen. Nur die 13,5 km2 große Hauptinsel Heimaey ist bewohnt. Bis Ende 1972 hier nur den seit 5.000 Jahren ruhenden 226 m hohen Vulkan Helgafell (Heiliger Berg). In der Nacht vom 22. zum 23. Januar 1973 öffnete sich in unmittelbarer Nähe zum alten Vulkan eine 2 km lange Spalte, aus der große Mengen glühender Lava quollen. Ihre Fließgeschwindigkeit betrug bis zu 100 m pro Stunde. In den Folgemonaten wurde ein Drittel der Stadt (rd. 400 Gebäude) unter Lava und Asche begraben. Durch eine beispiellose Rettungsaktion kam kein Mensch zu Schaden. Obwohl sich mit der Zeit die Spalte schloss und nur ein Berg förderte, der Eldfell (Feuerberg) genannt wurde. Es zeigte sich aber, dass sich die Fließrichtung der Lava von der Stadt weg zur Hafeneinfahrt hin bewegte. Mit Hilfe stärkster Pumpen (4.500 m3 pro Stunde) gelang es, die Lava mit Meerwasser abzukühlen. Nach 165 Tagen erlosch der inzwischen 215 m hohe Eldfell. Die Hafeneinfahrt ist jetzt fjordartig ausgebildet, die Insel um ca. 2,5 km2 großer geworden und mit Hilfe eines in der noch warmen Lava verlegten Rohrleitungssystem warmes Wasser gewonnen.

Anreise nach Island


Es bieten sich mehrere Möglichkeiten an, von denen das Flugzeug die schnellste ist:

Die Flugzeit beträgt von Deutschland aus zirka 3 – 4 Stunden. Startflughäfen für Direktflüge der Icelandair ( http://www.icelandair.de ) sind Frankfurt/M, München und Berlin - Schönefeld (meistens nur in der Hauptsaison, sonst mit Umstieg in Kopenhagen). Besonders günstige Konditionen bieten Flüge von Luxemburg. Es sind 20 kg Gepäck, bei Mitnahme von Sportartikeln oder einem Fahrrad 30 kg gestattet, die aber besonders verpackt werden müssen (Lenker in Längsrichtung gedreht, Pedale abgeschraubt oder in den Rahmen gebaut, Beleuchtung besonders schützen). Bei der Buchung angemeldete Fahrräder befördert Icelandair zu einer Kostenpauschale von 30 € pro Strecke, alle anderen Fluggesellschaften verlangen deutlich mehr. In Frankfurt/M und in Keflavík, dem internationalen Flughafen auf Island wird kostenloses Packmaterial für das Fahrrand angeboten.

Der Leifur-Eiriksson-Flughafen von Keflavík ist sehr gut ausgestattet. Vor der Passkontrolle gibt es ein Postamt, eine Bank (die andere Währungen erheblich günstiger in isländische Kronen wechselt als im Heimatland), zwei Duty-free-Shops und nach der Passkontrolle Restaurants, Autovermietung und Informationsschalter. Die Bediensteten sprechen alle englisch, viele deutsch und spanisch. Leider fehlen am Flughafen immer noch Unterkünfte.

Wer den Bustransfer von Keflavík in die 45 km entfernte Hauptstadt Reykjavík in Anspruch nimmt, zahlt dafür zirka 15 €.
Im Sommer (?) fliegt von Frankfurt –Hahn und Friedrichshafen aus auch die Fluggesellschaft Iceland Express ( http://www.icelandexpress.de ) Keflavík an. Iceland Express bietet von Reykjavík aus auch Inlandflüge zu mehreren Zielen in Island an.
Die Flugpreise der Icelandair von Frankfurt/M, München und Berlin bewegten sich im Jahr 2007 inklusive Steuern und Treibstoffzuschlag in der Größenordnung zwischen 400 und 450 €. Etwas günstiger fliegt man von Luxemburg, wohin von Stuttgart aus ein Bustransfer für etwa 20 € angeboten wird.

Ausgewählte Rundflüge von Reykjavík aus bietet die Fluggesellschaft Eagle Air ( http://www.eagleair.is ) an. Ziele sind dabei z. B. über Gletscher und Vulkane, die Stadt Heimaey auf den Westmännerinseln (mit Wanderung über den Vulkan Eldfell) oder die Halbinsel Snæfellsnes. Die Preise bewegen sich zwischen 250 € und 300 €.

Schiff: Wer sein eigenes Auto mitnehmen möchte, dem sei die Fähre MF Norröna der Smyril Line empfohlen:

Die Norröna bietet ganzjährig die Strecke Dänemark - Island bzw. Norwegen - Island an. Je nach Jahreszeit gelten unterschiedliche Fahrpläne; ausgerechnet in der Hochsaison von Ende Juni bis Ende August Dauert die Überfahrt von Hanstholm (an der Nordspitze von DK) nach Seyðisfjörður (IS) am längsten. Reisende, die diese Strecke gebucht haben, werden in Thorshavn (FÄR) zu einem 2-tägigen Zwischenstop einschließlich Auto ausgeladen. Die Fähre läuft in dieser Zeit im wöchentlichen Wechsel die Shetland Inseln, Schottland und Bergen (N) an. Die gesamte Überfahrt von Hanstholm (DK) nach Seyðisfjörður (IS) dauert 4 - 5 Tage. Die Rückfahrt von Island nach Dänemark geht mit einem Zwischenstop in Thorshavn (FÄR) innerhalb von 3 Tagen.

Eine aktuelle Preisliste ist unter http://www.smyril-line.fo zu finden, leider nur in dänischer Sprache. Achtung: alle Preise in DKr!

Eine weitere Möglichkeit bieten die isländischen Reedereien Samskip und Eimskip an, die auf ihren Containerschiffen die Mitnahme von Autos bis 15 m3 Bauraum und Passagieren anbietet. Die Schiffe verbinden Bremerhaven bzw. Hamburg mit Reykjavík. Für die Hinfahrt benötigen die Schiffe 7 bzw. 8 Tage, die Rückfahrt dauert 4 Tage. Beide Reedereien haben in Deutschland Vertretungen. Die Preise für die Hin- und Rückfahrt bewegen sich in der Größenordnung 800 – 1000 €. Hinzu kommen pro Strecke Gebühren für das Ein- und Ausladen des Fahrzeugs. Ein Vorteil bei dieser Transportart ist es, dass man sich die Strecke durch Schleswig Holsten und ganz Dänemark spart.

Allgemeine Tipps für Island








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