Jasper Nationalpark

Koordinaten: 52°48'22"N, 118°10'48"W
Der Jasper Nationalpark liegt in der Provinz Alberta. Mit über 660.000 Quadratkilometern ist sie die viertgrößte Provinz Kanadas und fast doppelt so groß wie Deutschland. Die westlichste der drei Prärieprovinzen wird „Wild Rose Country“ genannt.
 

Der Jasper Nationalpark wurde 1907 gegründet und ist jetzt 10.878 Quadratkilometer groß. Er ist damit der größte der in den kanadischen Rockies zusammenliegenden Parks, die gemeinsam eine Fläche von über 25.000 Quadratkilometern – etwa Dreiviertel der Fläche Nordrhein-Westfalens – umfassen.
Die Ortschaft Jasper liegt auf einer Höhe von 1.067 Metern und hat knapp 4.000 Einwohner. Sie entstand als Pelzhandelsposten zu Beginn des 19. Jahrhunderts und wurde 1914 offiziell gegründet. Jasper ist 287 Kilometer von Banff, 366 Kilometer von Edmonton, 412 Kilometer von Calgary und zwischen 800 und rund 1.000 Kilometer (je nach Strecke) von Vancouver entfernt.

Beste Reisezeit:
Juni bis Oktober. Im Juni und Oktober liegt teilweise noch Schnee und einige der Nebenstraßen können gesperrt sowie Attraktionen wie die Fahrten auf den Athabasca Gletscher geschlossen sein. Allerdings sind dann auch wesentlich weniger Besucher im Park. Die meisten Besucher befahren den Park jedoch hauptsächlich, halten an den großen Sehenswürdigkeiten, gehen dort ein paar Meter, machen ihre Fotos und fahren weiter zur nächsten Attraktion. Geht man auf eine Wanderung von einem oder mehr Tagen trifft man auch zur Hauptreisezeit nur wenige andere Menschen.
 

Anreise:
Zahlreiche Fluggesellschaften (z.B. Air Transat, Air Canada, Lufthansa) bieten Flüge aus Deutschland nach Calgary und Edmonton an. Wer viel Zeit hat und eine Rundreise plant, sollte sich einen Gabelflug aussuchen: In Calgary oder Edmonton landen und ab Vancouver zurück fliegen (oder umgekehrt).
Man kann zwar mit dem Bus nach Jasper fahren, ab dort ist man dann aber aufgeschmissen. Wegen der großen Entfernungen zu den einzelnen Attraktionen im Park und den Startpunkten der Wanderungen ist ein motorisierter Untersatz erforderlich.

Unterkunft:
Es gibt zahlreiche Zeltplätze, Hostels, Bed & Breakfast, Motels und Hotels im Jasper Nationalpark. Wegen des großen Andrangs im Sommer sind die Preise recht hoch und es sollte für diese Zeit auch reserviert werden. Die meisten Campingplätze sind mehr auf Wohnmobiltouristen ausgelegt. Wildes Campen oder das Übernachten im Wohnmobil auf einem Parkplatz ist jedoch verboten.

Verpflegung:
In der Ortschaft Jasper gibt es viele gute Restaurants und die in Nordamerika omnipräsenten Fast Food Ketten. Selbstverpfleger finden eine reichliche Auswahl in den Supermärkten, wobei die Preise relativ hoch sind.
 

Parkverwaltung:
Jasper National Park, P.O. Box 10, Jasper, AB, T0E 1E0, Telefon: (780) 852-6176, Jasper Nationalpark. Das Infocenter der Parkverwaltung liegt direkt an der Hauptstraße 500 Connaught Drive. Hier gibt es umfassendes schriftliches Informationsmaterial, Karten usw. und natürlich auch persönliche Informationen. Außerdem meldet man sich hier für mehrtägige Wanderungen an und zahlt den zusätzlichen Obolus für diese Aktivitäten.

Parkattraktionen:
Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann in unmittelbarer Nähe von Jasper (vier Kilometer) trotzdem hoch hinaus: Eine Seilbahn bringt Sie in wenigen Minuten von 1.408 auf den 2.285 Meter hohen Whistler‘s Mountain. Die Aussicht ist phantastisch und bei gutem Wetter können Sie von hier sogar den Mt. Robson – den mit 3.954 Metern höchsten Berg in den kanadischen Rockies – sehen.
Der Icefields Parkway gilt zurecht als eine der Traumstraßen der Welt. Er führt von Lake Louise im Banff Nationalpark bis nach Jasper (oder umgekehrt) über 230 Kilometer durch das Herz der kanadischen Rocky Mountains. Im Jahr 1931 wurde er von Arbeitslosen gebaut und auch die Durchfahrt kostet 5 Dollar pro Tag (ist schon im normalen Eintrittspreis für die Parks enthalten).
 

Wenn man einen Bildband der kanadischen Rocky Mountains durch blättert, ist mit Sicherheit Spirit Island im Maligne Lake darin abgebildet. Dieser größte – 22 Kilometer lang – und tiefste – 97 Meter – See im Park ist 48 Kilometer von Jasper entfernt. Täglich werden dort mehrere Touren mit dem Motorboot angeboten, um diese malerische Kulisse zu erschließen.

Wer sich vom Wandern mal so richtig erholen und seine müden Knochen in warmem Wasser räkeln will, sollte die Miette Hot Springs besuchen. Sie sind 61 Kilometer von der Ortschaft Jasper entfernt in die Bergwelt der Rocky Mountains eingebettet. Das Wasser der heißen Quellen wird in zwei Becken eingeleitet und hat dort dann eine Temperatur von etwa 40° C.
Ein weiteres touristisches Muss liegt schon an der Grenze zum benachbarten Banff Nationalpark – 103 Kilometer hinter Jasper auf dem Icefields Parkway: Das Columbia Icefield ist mit 325 Quadratkilometern eines der größten nonpolaren Eisfelder der Welt und bis zu 350 Meter dick. Auf einer Höhe von 2.000 Metern liegt dort das Icefield Centre in dem es viel wissenschaftlichen Hintergrund zu diesem riesigen Gletschergebiet gibt. Hier bucht und tritt man auch die – nicht ganz billige – Fahrt mit Spezialbussen, den sogenannten SnoCoaches, auf den Athabasca Gletscher an.
 

Geheimtipp:
Wanderung zu den Virl, Dorothy und Christine Lakes
Etwa zwölf Kilometer westlich von Jasper auf dem Highway 16 liegt der Startpunkt dieser 8,4 Kilometer langen Wanderung (inklusive Rückweg). Etwa drei bis vier Stunden sollte man für diese Tour einkalkulieren. Der zu bewältigende Höhenunterschied beträgt 250 Meter und es gibt einige steile Aufstiege, aber diese prächtige Seenlandschaft ist aller Mühen wert. Es ist keine der groß angekündigten Sehenswürdigkeiten und anstrengend genug, so dass es dort nicht vor Menschen wimmelt.



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