Kühkopf-Knoblochsaue

Koordinaten: 49°49'13"N, 8°25'26"E
Kühkopf-Knoblochsaue ist mit 2370 Hektar Hessens größtes Naturschutzgebiet und Europareservat. Das Naturschutzgebiet liegt zwischen Riedstadt, Stockstadt und dem Rheinland-Pfälzischen Guntersblum. Eingerichtet wurde das Naturschutzgebiet 1952; 1998 wurde die Schutzverordnung den aktuellen Erfordernissen angepasst.

Beobachtungsstand Schlappeswörth
Beobachtungsstand Schlappeswörth 
Im gesamten Naturschutzgebiet erstrecken sich 60 km Rad- und Wanderwege. Einzelne Wege sind mit Buchstaben gekennzeichnet, die sich auf Vogelnamen beziehen, beispielsweise B für Blaukehlchenweg, H für Haubentaucherweg oder N für Nachtigallenweg. Entlang der Wege und in eigens dafür erbauten Beobachtungsständen lassen sich die Namensgeber der Wege in aller Ruhe beobachten.

Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue ist als Naherholungsgebiet beliebt, wenn es auch von einer äußerst unangenehmen Plage gegeißelt wird. Die üppigen Feuchtgebiete an den Ufern des Altrheins sind Brutstätte für Millionen von Stechmücken.

Kühkopf


Der Kühkopf im südlichen Teil des Naturschutzgebietes ist eine 1700 Hektar große Aue, die bei der Begradigung des Altrheins 1828/1829 entstand. Heute ist der Kühkopf über zwei Brücken, die Matin-Roth-Brücke in Erfelden und die Brücke in Stockstadt, sowie im Sommer über eine Fährverbindung vom Anleger in Guntersblum zu erreichen.

Nach dem Dammbruch 1983 entstandener Kolk
Nach dem Dammbruch 1983 entstandener Kolk 
Auf dem Kühkopf findet sich ein großer Bestand an Kopfweiden. Die einjährigen Triebe dieser Pflanzen waren Grundmaterial zur Herstellung von Körben und wurden historisch auch zur Ufersicherung verflochten. Darüber hinaus schützte ein System von Dämmen die Insel gegen Überschwemmungen und ermöglichte eine landwirtschaftliche Nutzung, bis es im Februar 1983 zu einem Dammbruch kam, bei dem sich ein ca. 12 Meter tiefer Kolk bildete. Ein Kolk ist eine trichterförmige Vertiefung, die durch die Fluvialdynamik eines Wasserlaufs entsteht. Die aus dem Kolk ausgewaschenen Sandmassen verschütteten 50 000 m² Ackerland, woraufhin die intensive Landwirtschaft auf dem Kühkopf aufgegeben wurde. Auf den ausgedehnten Sandflächen legten Eisvögel ihre Brutstätten an. Im Laufe der Zeit entstand auf den überschwemmten Flächen vom Menschen unbeeinflusst Wald. Wegen dem dichten Pflanzenbewuchs lassen sich Eisvögel heute nur noch selten beobachten

Knoblochsaue


Der Name Knoblochsaue des nördlichen Teils rührt vom üppigen Bärlauchbestand, dessen Blüten die Aue im Frühjahr in den Duft von Knoblauch hüllen.

Sehenswürdigkeiten



Rad- und Wanderwege


  • Haubentaucherweg (H) - Rundweg über den ganzen Kühkopf
    Länge: 16,3 km
    Ausgangspunkt: Alle Übergangspunkte
  • Reiherweg (R) - Rundweg im westlichen Teil des Kühkopfs
    Länge: 5,8 km
    Ausgangspunkt: Fähranleger Guntersblum
  • Weißstorchweg (W) - Rundweg enlang am südlichen Altrhein
    Länge: 4,5 km
    Ausgangspunkt: Stockstädter Brücke
  • Nachtigallenweg (N) - Rundweg im östlichen Teil des Kühkopfs
    Länge: 7,5 km
    Ausgangspunkt: Stockstädte Brücke oder Martin-Roth-Brücke in Erfelden
  • Fasanenweg (F) - Rundweg über die Königsinsel südlich des Kühkopfs
    Länge: 9,5 km
    Ausgangspunkt: Stockstädter Brücke
  • Blaukehlchenweg (B) - Rundweg im nordöstlichen Teil des Kühkopfs
    Länge: 4,6 km
    Ausgangspunkt: Martin-Roth-Brücke in Erfelden





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