Koordinaten: 49°52'04"N, 8°21'24"E
Die Gemarkung Kornsand, heute ein Teil der hessischen Gemeinde
Trebur, ist ein kleiner Weiler auf rechtsrheinischer Seite gegenüber von
Nierstein und
Oppenheim. Die regelmäßig von Nierstein verkehrende Autofähre Landskrone und der Imbiss am Fähranleger machen Kornsand bei Ausflüglern und Motorradfahrern beliebt. Die Ansiedlung selbst besteht aus nur wenigen Häusern. Doch in der Geschichte des kleinen Weilers ereigneten sich bereits zwei bedeutende Vorfälle.
Denkmal an der Stelle der Zeppelin-Notlandung
Am 4. August 1908 musste Ferdinand Graf von Zeppelin bei der ersten 24-Stunden Dauerfahrt von Friedrichshafen nach
Mainz und wieder zurück mit seinem Luftschiff LZ4 wegen einem Defekt an einem der Motoren in Kornsand notlanden. Nachdem der Defekt behoben wurde, konnte die Fahrt mit dem Zeppelin fortgeführt werden. Doch erneute Motorenprobleme zwangen den Zeppelin LZ 4 wiederholt zur Zwischenlandung in Echterdingen, wo das Luftschiff am Nachmittag des folgenden Tages bereits das nächste Unglück ereilte. Während einem Gewittersturm riss sich der von Soldaten gesicherte Zeppelin im Wind los. Als LZ 4 wieder zu Boden ging fing die Hülle Feuer und der Zeppelin wurde komplett zerstört. Heute erinnert ein Denkmal
an der Stelle, an der LZ4 300 m flussaufwärts von Kornsand notlandete, an dieses Ereignis.
Gedenkstein für die Opfer des Kornsandverbrechens
38 Jahre später ereignete sich in Kornsand das danach benannte Kornsandverbrechen. Als die Alliierten kurz vor Ende des Krieges unmittelbar bis zum linksrheinischen Ufer vorstießen wurden am 21. März 1945 sechs Regimegegner aus dem benachbarten
Nierstein in Kornsand von Nationalsozialisten erschossen. An die Opfer dieses Verbrechens erinnert ein
Gedenkstein.
Südöstlich von Kornsand steht die Funkmessstelle Leeheim. Daran schließt Hessens größtes Naturschutzgebiet
Kühkopf-Knoblochsaue an.