Mont-Saint-Michel

Koordinaten: 48°37'58"N, 1°30'34"W
Inmitten der Mündung des Flusses Couesnon in den Ärmelkanal erhebt sich der Mont Saint-Michel majestätisch aus dem Meer empor. Auf eine Fläche von gerade mal 55 000 Quadratmeter ragt diese kleine felsige Insel 46 Meter über den Meeresspiegel empor. Dennoch ist sie ein Wahrzeichen Frankreichs und seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO. Denn auf dem Felsen steht ein ab 1022 erbautes Benediktinerkloster, das geradezu auf dem Insel zu thronen scheint und als ein herausragendes Beispiel für die französisch normannische Architektur gilt. Ein Panorama, das jedes Jahr dreieinhalb Millionen Touristen anzieht und fasziniert.

Ursprünglich fristete der Mont Saint-Michel mit seinem Kloster sein Dasein als abgeschiedenes Refugium. Zutritt war lediglich bei Ebbe über das Watt möglich. Der Tidenhub (Unterschied der Pegelstände zwischen Flut und Ebbe) in der Bucht ist einer der größten weltweit.

Doch bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das touristische Potential des Mont Saint-Michels erkannt. Um den frühen Reisenden den Zugang zur Abtei zu erleichtern, wurde die Insel ab 1869 über einen Damm mit dem Festland verbunden. Im frühen 20. Jahrhundert verkehrte darauf eine Schmalspur-Dampfeinsenbahn, später nur noch Autos und Busse. Auch der Fluss Couesnon wurde eingefasst um die Erosion an seinen Ufern einzudämmen. 1969 wurde an seiner Mündung außerdem ein Staudamm gebaut. All diese Maßnahmen führten über Jahrzehnte zur Versandung der Bucht. Der Mont Saint-Michel drohte seinen einzigartigen Inselcharakter einzubüßen.

Um dem entgegenzuwirken, unternimmt Frankreich momentan ein Großprojekt. Damit soll die Mündung des Couesnon wieder freigespült werden und das Wasser des Ärmelkanal bei Flut den Mont Saint-Michel ungehindert umschließen können. Das "Project Mont Saint-Michel" reicht weit ins Hinterland hinein, wo ein verzweigtes Netz von Kanälen und Überschwemmungsflächen entsteht. Dieses soll bei Flut große Mengen Wasser aufnehmen. Im Gleichen Zuge entsteht an der Mündung des Couesnon ein Gezeitenkraftwerk. Dieses hält die im Hinterland gespeicherten Wassermassen zurück. Nach Eintreten der Ebbe öffnen die Schleusen des Gezeitenkraftwerks. Das Wasser spült die Sedimente aus der Bucht und gibt den Mont Saint-Michel wieder frei.

Das Projekt soll sich so harmonisch wie möglich in die weitläufige Küstenlandschaft mit dem markanten Wahrzeichen einfügen. Dazu wird der alte Damm abgerissen und durch eine filigrane Stelzenbrücke ersetzt, die nur wenige Meter über den Meeresspiegel hinausragt. Auch das Gezeitenkraftwerk soll sich zurückhaltend in seine Umgebung einbinden. Die Öffnung der Schleusentore wird sogar für Besucher als Schauspiel und weitere Attraktion aufbereitet.

Weblinks

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung des Mont Saint-Michels






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