Qikiqtaruk bzw. Herschel Island Territoriums Park

Koordinaten: 68°58'55"N, 139°57'57"W
Qikiqtaruk (ausgesprochen kee-keek-ta-ruk) oder Herschel Insel liegt im nördlichsten Teil des Yukon Territoriums in der Beaufortsee, Teil des arktischen Ozeans und ist seit 1987 Territoriums Park. Rund 250 Kilometer über den MacKenzie River und sein riesiges Mündungsdelta sind es von Inuvik im Nordwest Territorium nach Herschel Island. Knapp oberhalb des 69. Breitengrades ist es einer der nördlichsten Punkte des Yukon Territoriums. Die Insel ist 116 Quadratkilometer groß, etwa 14 Kilometer lang und knapp acht Kilometer breit. Sie besteht aus Schlick, Sand und Lehm, liegt nur zwei Kilometer vor dem Festland und lediglich 90 Kilometer oberhalb beginnt der arktische Packeisgürtel. Der Name Qikiqtaruk der Inuit (früher Eskimos) bedeutet „Es ist eine Insel“. Herschel Island nannte sie 1825 Sir John Franklin, der berühmte Polarforscher, nach dem britischen Chemiker und Astronom Sir John Herschel, auch ein persönlicher Freund Franklins.
 

Die jetzigen ganzjährigen Bewohner stammen ausnahmslos aus dem Tierreich. Darunter sind viele Arten, die ansonsten im Yukon nicht vorkommen: Moschusochsen, Polarfüchse, einige Eisbären im Winter und natürlich jede Menge Seevögel. Dazu kommen noch Karibus und vereinzelte Grizzlybären. Im Wasser rundherum tummeln sich viele Robben- und Walarten, vor allem Belugas, die auch Kanarienvögel der Meere genannt werden. Park Wrdens sind nur von Juni bis September hier.

Nach archäologischen Erkenntnissen wurden die Insel und die Umgebung auf dem Festland jedoch bereits vor über tausend Jahren von Menschen der Thule-Kultur bewohnt. Ab 1890 überwinterten die Walfänger auf ihr, dem damals wichtigsten Hafen der westlichen Arktis. Häuser und Warenhäuser wurden gebaut und die Urbevölkerung der Inuit durch Krankheiten und Alkohol dezimiert. Während des Höhepunktes des dortigen Walfangs, 1893-94, lebten 1.500 Menschen auf Herschel Island und bildeten damit die größte Gemeinde im Yukon-Gebiet. Nach Übergriffen gegen die Inuit wurde eine Missionsstation und 1903 ein Posten der Mounties errichtet. Das Ende der Walfangära kam 1907 und als später auch der Pelzhandel eingestellt wurde, verließen die Bewohner ihre Insel.
 

Der höchste Punkt der Insel misst nur 182 Meter. Im Winter liegt die Durchschnittstemperatur zwischen -27° C und -30° C, Extremwerte können bis auf -50°C fallen. Es ist nicht nur ein Scherz, wenn gesagt wird, dass die im Winter Gestorbenen in den Boden gerammt und erst im Frühjahr richtig beerdigt wurden. Bei der Urbevölkerung wurden nur die „bösen“ Menschen begraben, während alle anderen an schöne Plätze gesetzt oder gelegt wurden. Aus Respekt vor den Sitten der Inuit sollten Touristen deren Grabstätten nicht aufsuchen.

Am Strand liegen riesige Treibholzhaufen, die der MacKenzie dem Meer zuführt. Aus diesem Holz wurden zum Teil die Gebäude gebaut. Die Mehrtagescamper bilden damit den notwendigen Windschutz für ihre Zelte und nehmen es als Brennholz.




Anzeigen