Timanfaya Nationalpark

Koordinaten: 29°0'38"N, 13°46'41"W
Besucherzentrum des Timanfaya Nationalparks
Besucherzentrum des Timanfaya Nationalparks 

Restaurant El Diablo
Restaurant El Diablo 

Vulkangrill
Vulkangrill 

Caldera del Corazoncilla
Caldera del Corazoncilla 

Dromedar Karawanen
Dromedar Karawanen 


Öffnungszeiten:
Täglich von 9.00 bis 17.45 Uhr
Letzte Busfahrt um 17.00 Uhr
Restaurant von 12.00 bis 15.30 Uhr
Getränkebar von 9.00 bis 16.45 Uhr

Eintritt:
8 Euro pro Person inkl. Busfahrt
Restaurant: 928 17 31 05
Tel.: 928 94 00 57
Fax: 928 17 37 88
Lanzarote wurde in jüngster Vergangenheit von zwei vulkanischen Eruptionsphase heimgesucht, die erste von 1730 bis 1736 und knapp hundert Jahre später die zweite 1824. Die Ausbrüche im 18. Jahrhundert wurde von Andrés Lorenzo Curbelo, dem Pfarrer von Yaiza, akribisch dokumentiert, bis auch er zum Jahresende 1731 vor den Lavamassen von der Insel fliehen musste. Seither ist die 845 km² große Insel zu dreivierteln mit Lava bedeckt. Genannt wird dieser Bereich Malpaís, schlechtes Land, denn die Vegetation kann hier nur schwer fußfassen und sich von den Ausbrüchen erholen. Dennoch sind an vielen Stellen bereits orange-, gelb- und weißfarbene Flechten und kleine Pflanzen wie Kameldorn, Binsen, Stachelginster, Ochsenzungen und andere endemische Pflanzen zu erkennen, die dabei sind das Malpaís langsam aber stetig wieder zurückzuerobern.

Der am 9. August 1974 eröffnete und zum Schutz der Vulkanlandschaften eingerichtete Timanfaya Nationalpark liegt im Zentrum der ausgedehnten Lavafelder mit den Feuerbergen auf der Westseite von Lanzarote. Während der jüngsten Vulkanausbrüche wurden neben fruchtbaren Feldern auch über 20 Dörfer und Bauernhöfe unter der glühenden Lava begraben. Darunter auch das Dorf Timanfaya, auf dessen Namen der des heutigen Nationalparks zurückgeht.

Außerhalb der Parkgrenzen liegt das zum Timanfaya Nationalpark gehörige Centro Visitantes e Interpretación wenige Kilometer südwestlich des Ortes Mancha Blancha. Im Besucherzentrum werden der Vulkanismus im Allgemeinen und die vulkanische Vergangenheit Lanzarotes im Speziellen auf Infotafeln, mit Exponaten und anhand interaktiver Modelle dargestellt. Hier erhalten Besucher auch Informationen über geführte Wanderungen im National Park. Der Eintritt für das Besucherzentrum ist kostenfrei.

Der Straße 67 von Mancha Blanca Richtung Yaiza folgend erreicht man nach wenigen Kilometern die Grenze des Parks und wenig später die Abzweigung ins Zentrum zu den Feuerbergen. Innerhalb des Timanfaya Nationalparks gelten strenge Regeln. Die Geschwindigkeit auf den Straßen ist auf 60 km/h begrenzt, anhalten und aussteigen sind genauso wie das aufsammeln von Lava und Steinen verboten. Bei der Abzweigung wird Eintritt für den Nationalpark fällig (8 Euro/Person). Nach der Schranke folgt man der Straße 602 durch die bizarren Lavafelder zum Islote de Hilario. Dort befindet sich ein Restaurant samt Vulkangrill und von hier aus starten auch die Busrundfahrten durch den Timanfaya Nationalpark.

Islote de Holario


Der Namen Hilario geht zurück auf einen Einsiedler, der hier in abgeschiedener Einsamkeit nur in Gesellschaft seines Dromedars lebte. Von César Manrique wurde 1970 an dieser Stelle das Restaurant El Diablo in kreisrunden Formen erbaut, dessen Speisen teilweise auf einem Vulkangrill zubereitet werden. Dieser feuerfeste Vulkangrill besteht aus nichts anderem, als einem sechs Meter tiefen Loch und einem darüber errichteten Kamin. Bereits in dieser geringen Tiefe herrschen Temperaturen von ca. 400°C, die als einzige Hitzequelle für den Grill herhalten.

Unterhalb des Restaurants wird Besuchern die nahe Erdwärme in eindrucksvollen Versuchen demonstriert. Zuerst steckt der Busfahrer ein Büschel Kameldorn in ein kleines Loch im Boden. Wenig später entzündet sich das trockene Büschel ohne weiteres Zutun allein auf Grund der großen Hitze und brennt vollständig ab. Gelegentlich machen sich die Busfahrer einen Spaß daraus, eine Handvoll kleiner Lavasteinchen (Lapilli), die große Teile des Timanfaya Nationalparks bedecken, vom Boden aufzuheben und Besuchern in die Hand zu geben. Was die Besucher nicht wissen, die Steinchen sind an dieser Stelle am Islote de Hilario so heiß, dass sie kaum einer lange in der Hand halten kann. Zum Ende der Vorführungen wird noch ein Eimer Wasser in eine in den Boden eingelassene Stahlröhre geschüttet. Ein paar Sekunden später schießt das explosionsartig verdampfende Wasser mit einem Knall als Fontäne wieder aus dem Boden heraus. Eindrucksvoll wird so jedem Besucher deutlich, wie dünn die Erdkruste an dieser Stelle nur ist und wie nah die enorme Hitze aus dem Erdinnern an die Oberfläche reicht. Im gesamten Timanfaya Nationalpark ist der Islote de Hilario der heißeste Punkt.

Nach den Vorführungen starten vom Islote de Hilario regelmäßig Busrundfahrten über die von Jesús Rafael Soto eigens dafür konzipierte, vierzehn Kilometer lange Rundstrecke Routa de Los Volcanos durch die Feuerberge Montanas del Fuego. Das Befahren der Strecke mit dem eigenen Auto ist nicht gestattet. Die Rundfahrten dauern etwa eine halbe Stunde und die Fahrt wird von Audioinformationen in drei Sprachen Spanisch, Englisch und Deutsch untermalt. Mit großer Sicherheit und Gelassenheit steuern die Fahrer ihre Busse über die schmale Straße, durch enge Kurven und vorbei an tiefen Abhängen. An den Höhepunkten der Rundfahrt werden regelmäßig Fotostopps eingelegt. Dazu zählen die Manto de la Virgin, das Valle de la Tranquilidad, die Aussicht zur orange schimmernden Caldera del Corazoncilla und der eigentliche Krater des Timanfaya.

Dromedarreiten


Nach dem Verlassen des Timanfaya Nationalparks über die Straße 67 Richtung Yaiza erreicht man unmittelbar außerhalb der Parkgrenzen die Dromedarreitstation. Früher wurden Dromedare auf Lanzarote als Lastentiere im Transport von Gütern und Waren und von Landwirten in der Feldarbeit eingesetzt. Heute dienen die Tiere nur noch dem Touristenvergnügen. Für zehn Euro pro Person kann man sich zwanzig Minuten lang von den Dromedaren in mehreren Karawanen gemächlich durch die Vulkanlandschaften schaukeln lassen. Untergebracht sind die Tiere in der wenige Kilometer entfernten Ortschaft Uga, von der aus sie jeden Morgen losziehen und in das sie Abends wieder zurückkehren.



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