Vermilion Cliffs National Monument

Lage: Arizona
Gegründet: 9. November 2000
Größe: 294000 acre = 1.189.776.840 m² = 1.189.777 km2
Offizielle Website,
Karte
Das 1.189.777 km² grosse Vermilion Cliffs National Monument ist im Norden Arizonas gelegen und schliesst die Paria Canyon-Vermilion Cliffs Wilderness ein. Durch seine abgeschiedene Lage wurden die wüstenhaften Landschaften vor zerstörenden menschlichen Einflüssen weitgehend geschützt.

Vermilion Cliffs Sign
Vermilion Cliffs Sign 
Es ist Lebensraum für eine Vielzahl von Spezies, darunter Wüsten Bighorn-Schaafe, Pronghorn-Antilopen und eine bedrohte Pflanzenart – die Welsh’s milkweed. Das Monument beheimatet 20 Raubtierarten, darunter den Kalifornischen Condor, der in der Region wieder angesiedelt wurde. Östlich grenzt die Glen Canyon National Recreation Area, westlich der Kaibab National Forest an. Das Höhenprofil reicht von 914 bis etwa 1900 m Höhe. Zugang zum National Monument entweder über den US-Highway 89 zwischen Kanab und Page, oder den US-Highway 89A vom Süden. Im Monument gibt es keine befestigten Strassen. Je nach Witterungsverhältnissen, ist die Zufahrt nur mit geländegängigen Fahrzeugen möglich.

Vermilion Cliffs near House Rock Valley Road
Vermilion Cliffs near House Rock Valley Road 
Geologie des Monuments
Das Denkmal ist ein geologischer Schatz. Sein Herzstück ist das beeindruckende Paria Plateau (Paria-Hochebene), eine riesige Terrasse, die zwischen zwei großen geologischen Strukturen liegt: der östlichen Kaibab und der Echo Cliffs Auffaltung (Monokline Falte = Pultscholle - eine geologische Formation, in der alle ansteigenden Schichten in dieselbe Richtung geneigt sind).
Die Vermillion Cliffs erheben sich am südlichen Rand des Paria Plateaus 914 m als spektakulär, vielfarbiger Steilabbruch. Geschaffen durch die Kräfte der Erosion, bilden sie eine einzigartig wilde, zerklüftete Landschaft aus verwittertem Sandstein.

Der betörende Paria River windet sich an der östlichen Seite des Plateaus zum Colorado River hin. Erosion des Sedimentgesteins im bis zu 760 m tiefen Canyon schuf eine Vielzahl an geologischen Erscheinungen. Darunter Formationen wie Amphitheater, Bögen und massive Sandsteinwände.

Cottonwood Teepees, Coyote Buttes South
Cottonwood Teepees, Coyote Buttes South 
Im Nordwestteil des Denkmales liegt Coyote Buttes, ein geologisch spektakulärer Bereich, wo der Navajosandstein bunte Streifenbildungen in den surrealsten Farbtönen von Gelb, Orange, Rosa und Rot aufweist. Die Farbenvielfalt erklärt sich durch Einlagerungen von Mangan, Eisen und anderer Oxide. Im Sandstein eingebettete dünne Calcit-Adern verleihen dem Gestein ihr charakteristisches Aussehen.

Archäologie des Vermilion Cliffs National Monument
Spuren menschlicher Besiedlung reichen Tausende von Jahren zurück. Die ersten bekannten Jäger durchstreiften das Plateau und die Canyons vor mind. 12000 Jahren. Einige der ältesten Felszeichnungen im Südwesten wurden im Monument gefunden. Es weist eine hohe Dichte von frühzeitlichen Siedlungen auf, darunter Reste von grossen und kleinen Dörfern, einige mit intakten Mauern. Des weiteren Lagerstätten, Feuerstellen, Wege, Grabstätten und Vorratskammern.

Das Monument wurde zur Durchgangsroute für viele historische Expeditionen. Im Jahr 1776 durchzog die Expedition des spanischen Entdeckers Dominguez-Escalante das Monument auf der Suche nach einer sicheren Überquerung des Colorado Rivers. Als ein erster Versuch, den Colorado neben der Mündung des Paria Rivers zu überqueren scheiterte, zogen die Entdecker zum Paria Canyon und nutzten dabei einen steilen Abhang, den sie mit den Pferden überwinden konnten. Dieser führte sie aus dem Paria Canyon nach Osten und aufwärts ins Ferry Swale Gebiet wo sie schliesslich bei Crossing of the Fathers im Osten des Monuments erfolgreich waren. Eine Expedition mexikanischer Händler, angeführt von Antonio Armijo, folgte 1829 der Dominguez-Route auf dem Weg von Santa Fe nach Los Angeles.

Später kamen Mormonen-Gruppen, angeführt von Jacob Hamblin, und reisten in missionarischer Absicht zu den Hopi-Dörfern. Der mormonische Pionier John D. Lee gründete 1871 schliesslich Lee’s Ferry am Colorado River, direkt südlich des Monuments. Dies ebnete den Weg für die weisse Besiedlung des Monuments. Noch immer erzählen Reste historischer Ranches und dazugehörige Objekte von den frühen Siedlungen. Die Route der mormonischen Entdecker entlang des Grundes des Paria Plateaus wurde später unter dem Begriff Old Arizona Road bzw. Honeymoon Trail bekannt. Nachdem in St. George 1877 der Mormonentempel fertiggestellt wurde, reisten immer mehr Mormonen-Paare zur Trauung über den Honeymoon Trail nach St. George. In den Zeitraum der Besiedlung durch Mormonen, fiel auch die historische Expedition des John Wesley Powell, der 1871 das Monument auf seiner Forschungsreise querte.

 
Tier- und Pflanzenwelt im Vermilion Cliffs National Monument
Das Monument umfasst herausragende biologische Resourcen, die durch die Abgeschiedenheit und die wenigen Wegekorridore hervorragend geschützt sind. Die Vegetation ist eine einzigartige Kombination aus kalter Ödlandflora und warmer Wüsten-Graslandflora. Eine ungewöhnliche, seltene Pflanzenart, die Welsh’s milkweed, die nur in Utah und Arizona heimisch ist, kolonisiert und stabilisiert Sanddünen, wird aber ausserhalb des schützenden Einfluss des Monuments immer mehr von anderer Vegetation überwuchert und ist dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Trotz des sporadischen Niederschlags und der weit zerstreuten saisonalen Wasserquellen schützt das Monument eine reichhaltige Tierwelt mit den verschiedensten Spezies. Darunter mindestens zwanzig verschiedene Raubtiere, eine grosse Zahl Reptilien und Amphibien. Kalifornische Kondore wurden wieder angesiedelt um den Fortbestand dieser äusserst bedrohten Art zu gewährleisten. Wüstenbighornschaafe, Pronghornantilopen, Pumas und andere Säugetiere durchstreifen die Canyons und Plateaus. Der Paria River beherbergt seltene heimische Fischarten.
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