Wallender Born

Koordinaten: 50°9'14"N, 6°43'13"E
Eruption des Brubbels
Eruption des Brubbels 
Der Wallende Born, umgangssprachlich auch gerne als Brubbel bezeichnet, ist gleichermaßen Namensgeber wie größte Attraktion des Ortes Wallenborn in der Vulkaneifel. Hinter dem Namen Wallender Born verbirgt sich ein Kaltwassergeysir. Kaltwassergeysire sind in Deutschland ohnehin sehr selten anzutreffen (außer dem Wallenden Born existiert mit dem Geysir Andernach nur ein weiterer) noch dazu ist der Brubbel auch derzeit die einzige, dauerhaft aktive Springquelle im gesamten Land.

Anders als bei den bekannteren Warmwassergeysiren (z. B. in Island oder im amerikanischen Yellowstone National Park), bei denen die explosionsartige Eruption der Wasserfontäne auf das Zusammenspiel von Wärme und Druck zurückzuführen ist, beruht ein Kaltwassergeysir wie der Wallende Born auf einer Kohlenstoffdioxidquelle (Mofette). Solche Mofetten treten häufig in passiven Vulkangebieten, wie hier der Vulkaneifel, auf. Wie die Warmwassergeysire benötigt ein Kaltwassergeysir ebenfalls einen Eruptionskanal. Während dieser bei natürlichen Geysiren bereits vorhanden ist, entstand er beim Wallenden Born eher zufällig durch Anbohren der Mofette, als man 1933 die lokalen Kohlensäurevorkommen zur wirtschaftlichen Nutzung erschließen wollte. Die so entstandene intermittierende Quelle wurde später gefasst, was das heutige Eruptionsverhalten mit beeinflusste. Die eigentliche Eruption erfolgt nun dadurch, dass sich im Eruptionskanal Wasser unter dem Druck der Wassersäule stetig mit Kohlenstoffdioxid anreichert. Ist die Sättigungsgrenze erreicht, kann das weiterhin nachquellende Kohlenstoffdioxid nicht mehr vom Wasser aufgenommen werden und es steigen Bläschen zur Oberfläche. Diese bringen das Wasser in Bewegung wodurch sich der Druck im Eruptionskanal vermindert. Mit diesem Absinken des Drucks dehnen sich die bereits nach oben strömenden Gasbläschen weiter aus. Zusätzlich perlt unter dem verminderten Druck das noch im Wasser gelöste Kohlenstoffdioxid ebenfalls aus. Auf diese Weise entstehen explosionsartig immer mehr Gasbläschen, die weitere Bläschen mit sich reißen und den Wasserspiegel als Fontaine deutlich über den Brunnenrand springen lassen. Eine solche Eruption dauert etwa fünf Minuten und wiederholt sich periodisch alle 35 Minuten. Die Eruptionshöhe ist von Ausbruch zu Ausbruch verschieden und kann bis zu vier Meter betragen.

Bildbeschreibung
Bildbeschreibung 
2001 wurde eine Sanierung des Kaltwassergeysirs erforderlich, weil zunehmend mehr Kohlenstoffdioxid seitlich des Brunnenschachtes entwich. Mit der Sanierung des Brunnenschachtes wurde gleichzeitig die gesamte Anlage rund um den Wallenden Born neu angelegt und einladend gestaltet.



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