Wollseifen

Koordinaten: 50°34'47"N, 6°25'27"E
Wollseifen war eine Ortschaft auf der Dreiborner Hochfläche im heutigen Nationalpark Eifel. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges räumten englische Streitkräften am 1. September 1946 das Dorf, um auf dem Gelände den Truppenübungsplatz Vogelsang anzulegen. 1950 wurde dieser dem belgischen Militär übergeben. Seit Aufgabe des Truppenübungsplatzes am 31. Dezember 2005 ist Wollseifen als Wüstung unweit der ehemaligen Ordensburg Vogelsang auf Wanderwegen wieder zugänglich.

Vom früheren Ort Wollseifen ist heute nicht mehr viel übrig. Die meisten Gebäude wurden zerstört; was noch steht ist in baufälligem Zustand. An Stelle der früheren Bebauung hat die belgische Armee schmucklose Trainingsgebäude errichtet. Sie sehen aus wie das, was sie sind: Leblose Hüllen von Häusern. Und doch tragen auch sie zum bedrückend melancholischen Charme bei, den die Wüstung Wollseifen heute ausstrahlt.

Für die wenigen noch lebenden Einwohner des früheren Wollseifens mag der Eindruck dagegen ein ganz anderer sein. Niemand gibt schließlich - aus welchen Gründen auch immer - seine Heimat auf - erst recht nicht, wenn dies gezwungenermaßen geschieht. Doch ist genau dieser Abschnitt der Geschichte des Ortes die Ursache dafür, dass Wollseifen heute eine andere, viel wesentlichere Bedeutung hat, als es die Jahrhunderte zuvor der Fall war. Und darin liegt die große Chance für den kleinen Ort. Die Geschichte lässt sich nicht ändern. Aber daran gemahnt werden kann sehr wohl, um den Wert friedlicher Zeiten gerade in ebendiesen begreifbar zu machen.

Weblinks



Anzeigen